Kommen und Gehen

d'Lëtzebuerger Land du 07.11.2025

Im Jahr 2024 ließen sich 26 000 Personen aus dem Ausland permanent oder für mindestens ein Jahr in Luxemburg nieder – ein Rückgang um vier Prozent gegenüber 2023. Das geht aus einem Bericht hervor, den am Montag die OECD veröffentlicht hat. Mehr als drei Fünftel (61 Prozent) waren Europäer, die das Freizügigkeitsrecht nutzten. Sie stammen überwiegend aus Frankreich, Portugal und Italien und arbeiten vermutlich häufig in Schlüsselsektoren wie dem Finanz-, Bau- oder Gesundheitswesen. Weitere zwölf Prozent wurden als Arbeitsmigranten registriert, während 22 Prozent im Rahmen von Familiennachzügen nach Luxemburg kamen. Nur vier Prozent der Migrant/innen wurden aus humanitären Gründen aufgenommen – die meisten kamen aus Eritrea, Syrien und Algerien.

Bemerkenswert sind die Veränderungen bei einzelnen Herkunftsländern: Während die Zuwanderung aus China um 80 Personen gegenüber dem Vorjahr wuchs, sank die Zahl ukrainischer Migrant/innen um 3 500. Außerdem erhielten rund 500 internationale Doktorandinnen und Postdoktoranden eine Aufenthaltsgenehmigung, sowie 600 Saisonarbeiter. Der Anteil der Bevölkerung, die im Ausland geboren wurde, liegt seit einigen Jahren bei knapp über der Hälfte. Das ist der höchste Anteil unter den OECD-Ländern, an zweiter Stelle kommen Australien und die Schweiz mit jeweils 32 Prozent.

Schon im August hatte das Statec Zahlen zur Migration publik gemacht. Demnach verließen 2024 16 500 Personen das Land, so dass sich ein Migrations-Saldo von etwa 9 200 Personen ergab. Gleichzeitig verlassen luxemburgische Staatsangehörige vermehrt das Land, wie die OECD hervorhebt. 2023 wanderten 4 100 Luxemburger/innen aus, vornehmlich nach Deutschland (47%), Frankreich (17%) und Belgien (10%). Wobei letztere Zahl möglicherweise trügt, da Belgien Zweitwohnsitze akzeptiert. Zur demografischen Entwicklung tragen auch Todesfälle und Geburten bei: Nahezu 4 500 Einwohner verstarben 2024 und 6 450 Kinder wurden geboren.

Peter Feist
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